Jeder Mensch, der aufgrund von Verfolgung, Krieg oder Gewalt flüchten muss, hat Recht auf Schutz. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, Geflüchteten Schutz zu gewähren, unabhängig von Herkunft, Status oder Aufenthaltsort. Die diesjährige nationale Kampagne der Schweizerischen Flüchtlingshilfe rückt unsere gemeinsame Verantwortung im Flüchtlingsschutz in den Fokus und macht zugleich deutlich, was auf dem Spiel steht, wenn zentrale Errungenschaften wie die Genfer Flüchtlingskonvention und andere tragende Pfeiler des Flüchtlingsschutzes ausgehöhlt oder infrage gestellt werden.
Internationale Konflikte, geopolitische Anspannungen und populistische Angstmacherei vergiften das zwischenmenschliche Klima. Dieser Druck wird politisch instrumentalisiert, was zu Entscheiden führt, welche die Menschenwürde antasten. Es ist deshalb wichtig, immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass das Recht auf Asyl ein fundamentales Menschenrecht ist, das Schutz vor Verfolgung oder ernstem Schaden im Herkunftsland bietet. Es ist in der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK), der EU-Grundrechte-Charta (Art. 18) und nationalen Gesetzen (AsylG in der Schweiz) verankert. Es garantiert ein faires Verfahren und das Verbot der Rückschiebung (Non-Refoulement). Dieses Jahr feiern wir zwei Jubiläen: 75 Jahre Genferkonvention und 90 Jahre Schweizerische Flüchtlingshilfe.
Die diesjährigen Flüchtlingstage nutzten wir, um für den Flüchtlingsschutz jenseits aller Spannungen und Konflikten einzustehen. Am 20. und 21. Juni wurde in fast jeder Region unseres Kantons ein Mahnmal in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung realisiert. Damit wollten wir ein Zeichen der Menschlichkeit setzen. Indem man auf den Zettel schrieb oder malte, was Sicherheit vermittelt (Haus, Familie, Bürgerrechte) machten wir den eigenen Schutz als universelles Bedürfnis sichtbar.
Zettel mit vielfältigen Rückmeldungen (PDF, 105 MB)
Factsheet Flüchtlingstage 2026
Fakten zu Flucht, Asyl, Fluchtgründen und der Situation in der Schweiz (PDF, 3 MB)
Region Aarau
Das Aarauer OK, das aus Fachpersonen, Freiwillige und geflüchteten Personen zusammengesetzt war, hatte die Idee mit den Zetteln und dem Mahnmal. In Asylunterkünften haben Erwachsene und Kinder gemeinsam Sammelboxen gebastelt. Diese wurde ca. einen Monat lang Zetteln in Museen, Kirchen, Shops und Fachstellen für aufgestellt. Die Boxen mit den ausgefüllten Zetteln wurden Mitte Juni abgeholt und an den Flüchtlingstagen öffentlich aufgestellt. Im Kasinopark, wo riesige Zettelgirlanden aufgehängt wurden. Das musikalische Rahmenprogramm des kurdischen Vereins Mala Kurda hat weitere Personen in der Stadt angezogen. Am Flüchtlingssonntag hingen die Zettel vor der Kirche. Auch dort konnte man in den Wochen davor, Zettel ausfüllen und ablegen.
Der Verein Netzwerk Asyl lud seine Vernetzungspartner ein, die diesjährige Aktion zum Flüchtlingstag im Rahmen der Grossratssitzung am 23. Juni vor dem Grossratsgebäude zu wiederholen. Damit konnte das Ergebnis der im Aargau stattgefundenen Installationen zugleich als Sammlung präsentiert und gewürdigt werden: Unzählige Statements zum Thema «Was ist Schutz für dich?» wurden von den Vertretern aus den Regionen vor Ort präsentiert, sodass all die gesammelten Stimmen an einem weiteren Ort gehört werden konnten.
Region Brugg
Im Juni 2026 beteiligte sich die RIF Brugg erneut am nationalen Flüchtlingstag. Unter dem Motto «Was bedeutet Schutz für mich?» lud die RIF Menschen in der Region ein, ihre Gedanken zu teilen – persönlich, direkt und ohne grosse Worte.
Schutz ist ein Grundbedürfnis. Doch was bedeutet er im Alltag? Ein sicheres Zuhause? Ein faires Verfahren? Menschen, die zuhören? Oder einfach das Gefühl, willkommen zu sein? Gemeinsam sammelten wir Antworten auf diese Frage – und machten sie sichtbar. Von Ende Mai bis Mitte Juni standen in der Region Brugg an verschiedenen Orten Sammelboxen für persönliche Gedanken bereit. Bibliotheken, Kirchen und Kulturhäuser wurden zu Orten des Austauschs. Alle waren eingeladen, einen Zettel auszufüllen. Die Boxen wurden von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden aus Windisch gestaltet. So entstand bereits im Prozess ein Zeichen von Beteiligung und Kreativität.
Vom 19. bis 22. Juni hat die RIF die gesammelten Gedanken auf dem Neumarktplatz in Brugg sichtbar gemacht – ein Ort, wo das Thema Schutz in der letzten Zeit besonders präsent war. Jede Antwort steht für eine persönliche Perspektive – zusammen ergeben sie ein vielstimmiges Bild. Viele Antworten. Eine gemeinsame Frage. Was bedeutet Schutz für mich – und für andere?
Am Sonntag, dem 21. Juni, luden zudem die katholische und die reformierte Kirche Brugg gemeinsam zu einem ökumenischen Gottesdienst ein. Gestaltet wurde er zusammen mit geflüchteten Menschen. Die Feier fand um 10 Uhr in der Stadtkirche statt. Im Anschluss konnte man sich beim Apéro weiter austauschen – über das, was Schutz in unserer Gesellschaft und für jede und jeden ganz persönlich bedeutet.
Region Freiamt (Wohlen)
Die Fachstelle Integration im Freiamt sammelte bis Anfang Juni Antworten auf die Frage «Was bedeutet Schutz für dich?». Diverse lokale Institutionen und Vereine unterstützten die Kampagne mit dem Aufstellen einer Sammelbox in ihren Angeboten: Die Offene Jugendarbeit Wohlen, das Netzwerk Asyl, die Kantonsschule Wohlen, das Lernen im Freiamt, der gemeinnützige Frauenverein Wohlen sowie der kirchliche regionale Sozialdienst Wohlen und Umgebung. So kamen viele Gedanken und Beiträge von unterschiedlichen Menschen aus der Region zusammen.
Die gesammelten Zettel wurden in Form einer Installation am Fest «Begegnung der Kulturen» am 13. Juni 2026 ausgestellt. Die Besucher:innen konnten die Zettel lesen und auch weitere Gedanken aufschreiben und direkt in der Installation aufhängen. Das Fest zählte über 1000 Besucher:innen und die Installation wurde fleissig besucht. Nebst der Installation gab auch der Stand der Fachstelle Integration im Freiamt Informationen zum Thema Flucht und weiteren migrationsspezifischen Themen.
Die Zettelinstallation wanderte weiter an einen zweiten Auftritt: Am Sonntag, 21. Juni wurde sie vom Asyltreff Mutsch in der reformierten Kirche in Widen aufgestellt. So konnten die vielen Zettel während des Gottesdienstes einem weiteren Publikum gezeigt werden.
Region Fricktal
«Was bedeutet Schutz für dich?» – Die Kontaktgruppe Asyl Frick, der Kirchlich-Regionale Sozialdienst Oberes Fricktal und die Regionale Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» haben am 20. Juni den Weltflüchtlingstag in Frick gewürdigt. Organisiert wurden ein Dialog mit Fingerfood und ein kleines Streetfoodfestival.
«Ein liebevolles Zuhause», «Ohne Angst leben», «Frieden herrscht»… Das sind nur einige der Antworten auf der Rückseite des offiziellen Flyers zum Flüchtlingstag auf die grosse Frage: «Was bedeutet Schutz für dich?» Rolf Schmid vom Netzwerk Asyl und Steffi Kuhn vom Kirchlich Regionalen Sozialdienst, sowie weitere Freiwillige, suchten den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern im Dorfzentrum von Frick.
Mit Dialog und Fingerfood machten die Kontaktgruppe Asyl Frick und der Kirchlich-Regionale Sozialdienst Oberes Fricktal die Bevölkerung auf das Thema Flucht aufmerksam. Diese Aktion vor dem Löwen Sanitätshaus in Frick dauerte von 10 bis 12 Uhr und kombinierte Fingerfood mit Informationen zum Flüchtlingstag. Personen, die zu dieser Zeit das Dorfzentrum von Frick passierten, wurden auf das Thema Asyl und Schutz angesprochen und probierten den Fingerfood aus der Türkei, Eritrea und Afghanistan.
Am Nachmittag wurde zur Würdigung der Flüchtlingstage ein kleines Streetfoodfestival beim Lokal vom italienischen Verein Acli Circolo Italiano an der Widengasse 9 in Frick organisiert. An drei Tischen wurde kurdisches, afghanisches und eritreisches Essen angeboten. Der Kirchlich-Regionale Sozialdienst Oberes Fricktal hat den Kontakt zu den verschiedenen Bevölkerungsgruppen hergestellt. Er ist für dieses Format spezialisiert. Mehrmals im Jahr führt er das Integrationsprojekt «Deutsch in der Küche» durch, wo Spezialitäten unterschiedlicher Kulturen gefeiert werden. An einem weiteren Tisch boten zwei Ukrainerinnen, die regelmässig das Deutschangebot im Acli nutzen, Kinderschminken zur Freude der Kleinsten an. Ausserdem konnten die Besucherinnen und Besucher vom Streetfoodfestival verschiedene ukrainische Süssigkeiten geniessen.
Auch für Musik wurde gesorgt. Die Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» organisierte das Musikerduo Joana und Gino, das mit Akordeon und Violine die Gäste am Streetfoodfestival bestens unterhielt. Im Verlauf des Nachmittags trat ein weiteres Musikerduo auf: Anna und Paolo unterhielten die Anwesenden mit Gesang und Gitarre. Dabei wurden verschiedene Klassiker gesungen, damit die Anwesenden auch mitsingen konnten. Anna Dziechciarz ist Teil vom Netzwerk Schlüsselpersonen bei «mit.dabei-Fricktal». Schlüsselpersonen sind Brückenbauerinnen und Brückenbauern zwischen der Schweizer Gesellschaft und der Migrationsbevölkerung. Sie werden für Übersetzungen in den 17 Trägergemeinden von «mit.dabei-Fricktal» eingesetzt und rege von verschiedenen Anspruchsgruppen genutzt.
Die Kontaktgruppe Asyl sorgte an diesem heissen Sommertag für Schatten. Unter den grossen Zelten und Sonnenschirmen auf der Wiese vor dem Acli Vereinslokal fand ein reger Austausch statt. Rund 50 Freiwillige, Migrantinnen und Migranten – mit und ohne Fluchthintergrund – unterhielten sich an diesem Nachmittag zu Themen, die mit Flucht und Integration zu tun haben. Der spannende Austausch wurde gepflegt und gefeiert.
Region Oberes Freiamt (Muri)
Der Nationale Flüchtlingstag 2026 in Muri brachte rund 120 Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen und schuf Raum für Begegnungen, Austausch und gemeinsames Erleben.
Ein besonderer Höhepunkt war die Fotoausstellung «Durch ihre Augen». Die von geflüchteten Menschen aufgenommenen Bilder gaben persönliche Einblicke in ihren Alltag und ihre Sicht auf die Schweiz. Ergänzt wurde die Ausstellung durch bewegende Beiträge zum Motto «Was bedeutet Schutz für mich?».
Musik, Tanz und das interkulturelle Begegnungsformat MuriMundo sorgten für eine fröhliche und offene Atmosphäre. Menschen verschiedenster Herkunft lachten, tanzten und feierten gemeinsam. Auch das Quiz, die Kinderangebote und das internationale Buffet mit Spezialitäten aus aller Welt luden zum Mitmachen und Verweilen ein.
Der Flüchtlingstag zeigte eindrücklich, wie bereichernd Begegnungen sein können und wie Gemeinschaft über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg entsteht. Ein herzliches Dankeschön gilt allen geflüchteten Menschen, Freiwilligen, Mitarbeitenden und Partnerorganisationen, die diesen besonderen Tag möglich gemacht haben.
Der Anlass zum Nationalen Flüchtlingstag wurde organisiert durch die Regionale Integrationsfachstelle (RIF) Oberes Freiamt mit tatkräftiger Unterstützung von MuriMundo, Convalere, GZ Muri, Café Grüezi, Superbuchclub, Kune und vielen Freiwilligen.
Region Zofingen
Am Samstag, 20. Juni 2026, fand in Strengelbach, Region Zofingen, der Flüchtlingstag unter dem Motto «Menschlich bleiben – Geflüchtete schützen» statt.
Als Teil der kantonalen Aktion «Was bedeutet Schutz für mich» konnten Besucherinnen und Besucher am Stand persönliche Gedanken zum Thema auf Zettel schreiben. Diese wurden gemeinsam mit bereits im Vorfeld gesammelten Beiträgen in Form Installation ausgestellt.
Zusätzlich gab es ein Glücksrad mit inspirierenden Preisen und Quizfragen rund um die Themen Flucht und Zusammenleben. Ergänzend dazu informiert das Team am Stand über verschiedene Angebote zur sozialen Teilhabe und Möglichkeiten für freiwilliges Engagement.
Spenden gingen an die Schweizerische Flüchtlingshilfe. Getragen wurde die Aktion von: Reformierte Kirchgemeinde Zofingen, Römisch-katholische Kirchgemeinde Zofingen, Fachstelle Integration Zofingenregio, Kirchlicher Regionaler Sozialdienst Aargau-West, Netzwerk Asyl Aargau, HEKS Neue Gärten, Jugendrotkreuz Kanton Aargau, Integrationsnetz Region Zofingen, IG Deutsch Zofingen, Projekt Leben&Lernen.
Zettel mit vielfältigen Rückmeldungen (PDF, 105 MB)
Factsheet Flüchtlingstage 2026
Fakten zu Flucht, Asyl, Fluchtgründen und der Situation in der Schweiz (PDF, 3 MB)
Menschlich bleiben, Geflüchtete schützen!
Medienmitteilung (PDF, 185 KB) und Plakat (PDF, 30 KB)
Impressionen aus allen Orten:
Menschlich bleiben, Geflüchtete schützen!
Medienmitteilung (PDF, 185 KB) und Plakat (PDF, 30 KB)
Medienberichte:
Neue Fricktaler Zeitung & fricktal.info, 2. Juli 2026:
«Was bedeutet Schutz für dich?» (PDF, 335 KB)
aarau info, 2. Juli 2026:
«Was bedeutet Schutz für dich?» – ein Thema, das bewegt (PDF, 105 KB)
Aargauer Zeitung, 26. Juni 2026:
Flüchtlingstage Aargau setzten Zeichen für Menschlichkeit und Schutz (PDF, 50 KB)
Anzeiger Oberfreiamt, 26. Juni 2026:
Nationaler Flüchtlingstag gefeiert mit einem Fest (JPG, 355 KB)
Der Freiämter, 23. Juni 2026:
Aus der Optik der Geflüchteten (PDF, 3 MB)
Kanal K, 18. Juni 2026:
Flüchtlingstage 2026: «Menschlich bleiben, Geflüchtete schützen!» (Podcast)
Der Freiämter, 16. Juni 2026:
Die Welt mit anderen Augen sehen (PDF, 85 KB)
aarau info / Der Landanzeiger, 11. Juni 2026:
«Was bedeutet Schutz?» (PDF, 85 KB, )
Aargauer Zeitung, 19. Mai 2026:
Integrationsfachstelle geht auf Stimmenfang
Artikel online lesen | Artikel als PDF lesen (355 KB)
Unterstützt durch:
Koordiniert durch: Aargauer Landeskirchen, Anlaufstelle Integration Aargau, Caritas Aargau, HEKS Aargau / Solothurn, Regionale Integrationsfachstellen, Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Aargau, Verein Netzwerk Asyl Aargau. Mitgetragen werden sie von vielen lokalen Vereinen, Institutionen und Freiwilligen.















































































